Zur Geschichte des Schulhauses der heutigen Mittelschule Taucha

In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts erhöhte sich die Tauchaer Einwohnerzahl in einem Zeitraum von 10 Jahren sprunghaft von ca. 7.000 auf mehr als 16.000. Ursache dafür waren die Ansiedlungen großer Industriebetriebe oder ihren Niederlassungen.

Natürlich wuchs auch die Schülerzahl in diesem Zeitraum von 1050 auf 1860, dazu kamen noch 640 Berufsschüler. Durch den damaligen Bürgermeister Dr. Uhlemann war auf diese Entwicklung schon am 02.04.1936 mit dem Einreichen einer 1. Petition an die Landesregierung zur Unterstützung eines Schulneubaus reagiert worden. Am 11.03.1939 erfolgte die Grundsteinlegung.

Wegen der großen Schulraumnot wurde die Schule noch unfertig am 17.04.1939 19:30 Uhr feierlich eröffnet. Der Unterricht begann mit 250 Kindern in acht Klassen. In den weiteren Jahren stieg die Einwohnerzahl bis auf 27.799 am 01.01.1944. Die Wirkungen des 2. Weltkrieges waren auch für die Tauchaerschüler ganz deutlich zu spüren.

So musste ab dem 04.12.1943 der Schulunterricht für längere Zeit zwangsweise wegen der Unterbringung von Ausgebombten aus Leipzig ausfallen. Am 20.07.1944 wurde die Schule durch die Luftmine getroffen. Der Neuanfang nach Kriegsende gestaltete sich schwierig. Unausgebildete Lehrkräfte, einfache Unterrichtsmittel, Hilfsräume und Probleme mit der Heizung waren nur einige dieser Schwierigkeiten.

Erst mit Beginn des Schuljahres 1946/1947 verlief der Unterricht halbwegs geregelt, obwohl ein Lehrer bis zu 5 Klassen unterrichtete. 1947 erfolgten erste statische Berechnungen zum Wiederaufbau der Schule. Im November 1953 wurden dann dank des besonderen Einsatzes des damaligen Schulleiters Herrn Leonhardt der Wiederaufbau richtig in Angriff genommen.

Am 06.04.1954 wurden die Baugenehmigungen erteilt, der Wiederaufbau lief auf Hochtouren, im November wurde Richtfest gefeiert. Im September 1955 konnte der Unterricht im Schulhaus wieder komplett durchgeführt werden. Auf eine Besonderheit der Schule sei noch hingewiesen:

Das Lehrerehepaar Renate und Rudolf Voigt gründeten am 05.10.1950 eine Rollschuhgruppe. Im Laufe der Zeit errangen die Mitglieder dieser Gruppe ungezählte Erfolge bei Wettkämpfen im In- und Ausland. Diese Erfolge waren aber nur möglich, weil am 23.06.1951 eine Rollschuhbahn eingeweiht wurde.

Leider wurde die Gruppe 1969 aus zeitlichen und finanziellen Gründen aufgelöst. Am 12.01.1965 wurde das neue Hofgebäude eingeweiht und am 24.04.1968 erhielt die Schule den Namen Wladimir Komarow. Noch im 1. Jahr nach der Wende beschloss die neue Stadtverordnetenversammlung das 1. Entwicklungskonzept für die Schulen der Stadt Taucha.

1991 erfolgte die Entscheidung für den Neubau einer Grundschule, so dass ab 1994 das Schulgebäude ausschließlich für die Mittelschule genutzt wurde. Im Zeitraum 2000 bis 2002 wurden die Sporthalle und der Sportplatz saniert, rekonstruiert bzw. neu gebaut. In den Folgejahren wurde die Fassade des Schulgebäudes saniert, über das Medios-Projekt entstanden 2 Computerräume, ein Kraftraum wurde eingerichtet, auch der Schulhof wurde umgestaltet.

Ich danke Herrn Detlef Porzig, dass ich viele seiner Passagen zur Entwicklung der Schule nutzen durfte.